Doppelsieg für rheinflügel severin und Studio Vulkan

Doppelsieg für das Düsseldorfer Büro rheinflügel severin und die Münchener Landschaftsplaner aus dem Studio Vulkan: Die Arbeitsgemeinschaft hatte im städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb für die Flächen an der "Leidenhausener Straße" in Porz-Eil und "Östlich im Falkenhorst" in Porz-Urbach nach einstimmigem Entscheid der Jury klar die Nase vorn.

Der Plan sieht im neuen Wohnquartier „Leidenhausener Gärten" in Eil 208 Wohneinheiten in einem harmonischen Mix aus Einfamilien-, Doppel-, Reihenhäusern und Geschosswohnungsbau vor. Zusätzlich rund 239 Wohneinheiten sollen in Urbach im neuen Quartier "Schuberthöfe“ südlich der Schubertstraße entstehen.

„Die Siegerentwürfe haben gestalterisch und mit Blick auf wirtschaftliche Überlegungen überzeugt, wir haben eine sehr gute Grundlage für die Entwicklung der Bebauungspläne erhalten", resümiert RBL-Vorstand Holger Coers.

Moderiert wurde der von der RBL AG in Kooperation mit der Stadt Köln ausgelobte Wettbewerb durch Stottrop Stadtplanung, Köln. Die Wettbewerbsgebiete umfassen rund 10,7 Hektar Fläche, die derzeit vorwiegend landwirtschaftlich genutzt werden.

Im Quartier südlich der Schubertstraße werden zudem eine Kindertagesstätte sowie möglicherweise Einzelhandelsflächen entstehen. Südlich angrenzend soll in dem Quartier eine weiterführende Schule gebaut werden. Mit dem Satzungsbeschluss für die Bebauungspläne wird bis Ende 2022 gerechnet.

Verfahren

Mit dem Ziel, ansprechenden und zukunftsfähigen Wohnraum zu schaffen, wird die planungsrechtliche Entwicklung des neuen Wohnquartiers "Leidenhausener Gärten" verfolgt. Zur Sicherung der Qualität des zukünftigen Baugebietes wurde ein städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb als Realisierungswettbewerb mit sechs teilnehmenden Büros durchgeführt. Die zur Teilnahme eingeladenen Stadtplanungsbüros haben die Aufgabe jeweils in Kooperation mit einem Landschaftsarchitekten bearbeitet.

Die Auswahl der Teilnehmer erfolgte durch die Vorhabenträgerin in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt der Stadt Köln. Das Verfahrensmanagement erfolgte durch Stottrop Stadtplanung, Köln.
Nach Versand der Auslobung und einem Auftaktkolloquium standen den Teilnehmer fünf Wochen Zeit zur Bearbeitung der Aufgabe zur Verfügung. Aus den eingereichten Arbeiten wurden im Februar 2021 durch eine aus Fachleuten und örtlichen Politkern besetzten Jury die Sieger ausgewählt.

Siegerentwurf: Rheinflügel Severin / Studio Vulkan Leidenhausener Gärten

Verbindung

Mit dem neuen Wohnquartier wird der Stadtteil Eil auf seiner Ostseite baulich vervollständigt. Zwei Grünzüge sorgen für die Verbindung mit der umgebenden Nutzlandschaft im Osten und Süden. Der in Nord-Süd-Richtung verlaufende Grünzug verbindet die Friedhofsvegetation mit den großzügigen Gartenanlagen im rückwärtigen Bereich der Leidenhausener Straße.

Der in Ost-West-Richtung verlaufende Grünzug stellt eine wichtige Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer her, die das neue Quartier und die östlich gelegene Kleingartenanlage mit der Schubertstraße und der dort befindlichen Grundschule verknüpft.

Struktur

Die bauliche Struktur besteht aus einem Verbund von Wohnhöfen und betont den Aspekt des gemeinschaftlichen Wohnens. Die Höfe werden von verschiedenen Wohntypologien, Eigentumsformen und Finanzierungsmodellen geprägt.

Das neue Quartier zeichnet sich durch eine wohldosierte Urbanität mit den Komponenten Landschaftsbezug, Gemeinschaft, typologische Vielfalt, Adressbildung und Vernetzung aus. Zentrales Element ist ein Anger am Knotenpunkt der Grünzüge mit Ausblick in alle Himmelsrichtungen.

Erschließung

Ausgehend von der Zufahrtsmöglichkeit an der Leidenhausener Straße ergibt sich die Haupterschließung für das neue Quartier. Der Verlauf ist so gewählt, dass alle Wohnhöfe im neuen Quartier hierüber erreicht werden.

Für Fußgänger und Radfahrer sollen optimale Anschlüsse an die Bestandsgebiete und die Landschaftsräume angeboten werden. Wichtiges Element und zugleich Rückgrat des Quartiers ist der zentrale Fuß- und Radweg in Ost-West-Richtung.

Grünraum

Die Grünzüge sind naturnah gestaltet. Die zentrale Grünfläche ist zur Mitte hin vertieft und kann so selbst ein Jahrhundert-Niederschlagswasser des Quartiers aufnehmen, zurückhalten und örtlich versickern.

Im neuen Quartier sind entlang der Grünzüge und auf den Platzflächen Bänke verortet, die zur Rast und zum Aufenthalt einladen. Den Sitzgelegenheiten sind an den Knotenpunkten des Wegesystems Spielflächen für Klein- und Schulkinder zugeordnet.

Nachhaltigkeit

Die Bebauung wird aus kompakten Gebäudetypen bestehen, die mit kleinem Oberflächen-/Volumenverhältnis angemessene Baukosten und geringe Energieverbräuche erwarten lassen.

Die weitgehende Begrünung schafft ein angenehmes Mikroklima und ist in Kombination mit dem auf Versickerung und Rückhaltung ausgerichteten Regenwassermanagement ein Beitrag zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung.

Die Biotopflächen der heutigen Nutzlandschaft werden erhalten und die Struktur der Freiraumgestaltung integriert. Die Mehrfachnutzung der Flächen fördert Naturerfahrung und Naturverständnis.